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LOKALES

Kronleuchter, Pfandflaschen und ein AFD-Plakat: Beteiligung an „Scheeßel räumt auf“ fällt wetterbedingt verhaltener aus als in den Vorjahren

Montag, 16.04.2018

Das hatte sich Yvonne Neumann schon gedacht, als die Gemeinde-Mitarbeiterin am Samstagmorgen die Teilnehmerlisten für die alljährliche Aktion „Scheeßel räumt auf“ in Kooperation der Gemeinde mit der Freiwilligen Feuerwehr Scheeßel ausfüllte - nur neun Voranmeldungen, „und die spontan Entschlossenen bleiben bei diesem Wetter weg!“ Immerhin mehr als 50 Scheeßeler hatten sich trotz Nieselregen am Feuerwehrhaus eingefunden, um die Ausfallstraßen in Familien-, Vereins- oder anderen Kleingruppen einem „Frühjahrsputz“ zu unterziehen.

Der Löwenanteil entfiel auf die Jugendfeuerwehr mit 20 Aktiven, aber auch eine fünfte Klasse der Eichenschule war erstmals dabei. Nach einem Religionsprojekt zum Thema Natur mit einer ähnlichen Aktion hatte der Vorschlag von Klassenlehrerin Nadine Meyer-Reichmann gut die Hälfte der Klasse für die Teilnahme begeistern. Am Rand der B75 wurden sie mehr als fündig: Neben zahlreichen Fastfood-Verpackungen, einem nicht identifizierbaren toten Tier, einem Paar Schuhe und einem Stuhl war die größte „Beute“ ein AfD-Plakat. Die Mülltrennung der vielen Pfandflaschen habe man irgendwann aufgegeben, so die Lehrerin. Franz Wenzel und Paul Göttert von der Flüchtlingshilfe hatten einen Kronleuchter vorzuweisen; bei der Jugendfeuerwehr war die Ausbeute weniger spektakulär: „Letztes Jahr hing hier Kondom im Baum“, so Iljas Conrad,  einige Jahre vorher hatten die Brandschützer ein ganzes Sofa gefunden.

Neben Gruppen wie der Original Scheeßeler Trachtengruppe nahmen auch Einzelpersonen wie Gerald Pitz teil. Der aus Hessen stammende Neubürger, der sich vorher schon als „Krötentaxi“ für den Umweltschutz eingesetzt hatte und spontan ein Team mit Manfred Küppers vom Schützenverein bildete, befand: „Eine gute Sache, um hier Leute kennen zu lernen!“ Die größte Herausforderung stand den Unentwegten nach zwei Stunden Müllsammeln noch bevor: Die Bewältigung der von der Gemeinde spendierten 150 Bratwürstchen. (hey)

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