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Der Garten und die Farbe - Bei Farbkonzept an den natürlichen Farbwechsel denken

Freitag, 08.06.2018

bk. Farben spielen im Alltag eine große Rolle – mal offensichtlich, mal eher subtil. Das gilt auch für den Garten. Deshalb sollte bei der Gartengestaltung auch der Farbauswahl gebührend Aufmerksamkeit zuteilwerden. Reinhard Wahlers, Mitglied der Gärtner von Eden aus Scheeßel-Westeresch, erklärt, worauf es bei der Farbgestaltung im grünen Wohnzimmer ankommt. 

Garten ist Farbe: Blüten, Blätter, Stein, Holz, Möbel, Polster. „Das ist natürlich wunderbar“, findet Wahlers. „Man kann im Garten so richtig in Farben schwelgen.“ Gleichzeitig aber warnt der erfahrene Gartengestalter aus Westeresch, der mit seinem Betrieb zu den Gärtnern von Eden gehört: „Die Vielzahl an Elementen, über die sich Farbe in den Garten bringen lässt, erfordert eine sehr sorgfältige Planung, damit kein zu unruhiges Bild entsteht.“ Die Hauptrolle sollte dabei nach Überzeugung des Gartenprofis immer den Pflanzen zukommen. Aber Obacht! Eigentlich selbstverständlich, aber oft vernachlässigt und für die Entwicklung eines auf Pflanzen basierenden Farbkonzepts ungemein wichtig: den Wandel der Natur im Lauf der Jahreszeiten nicht vergessen! „Sämtliche Pflanzen verändern sich ständig und mit ihnen auch das Gartenbild. Das heißt, wer mit Farben seinen Garten gestalten möchte, entwirft nicht ein fixes Bild, sondern muss kontinuierliche Farbwechsel einplanen“, erinnert Gartenexperte Reinhard Wahlers.

Bauliche Elemente wie Wege, Mauern, Zäune, aber auch immergrüne Hecken können bei der Kreation von Gartenbildern so etwas wie die Leinwand bilden – einen ruhigen Hintergrund, vor dem die Natur dann im Laufe des Jahres ihr veränderliches Farbspektrum entfalten kann. 

Die konkrete Farbwahl sollte, so empfiehlt der Experte, auf die Vorlieben der Gartenbesitzer abgestimmt sein und kann im Laufe der Gartensaison durchaus variieren. Ob Pflanzflächen in leuchtenden Farben oder dezenten Pastelltönen, vielfarbig oder Ton in Ton blühen – alles eine Frage des individuellen Geschmacks und des darauf zugeschnittenen Konzepts. Gartenprofis wählen Pflanzen so aus, dass ihre Blühzeiträume sich ergänzen, damit Gartenbesitzer möglichst lang Freude an bunt blühenden Beeten haben. 

Allerdings gibt Reinhard Wahlers, Gärtner von Eden zu bedenken: „Unterschiedliche Farben haben unterschiedliche Wirkungen auf die Menschen und beeinflussen auch den Gartenstil: Gelb-, Orangeund Rottöne verbreiten eine warme, fröhliche Atmosphäre und verleihen einem Garten oft eine naturnahe, eher ländliche Anmutung. Pastelltöne sind dezenter, wirken edel, filigran, lassen einen Garten eher modern wirken.“ 

Neben den persönlichen Farbvorlieben ziehen die Gartengestalter auch Faktoren wie Lichtverhältnisse oder Nutzungszeiten bei der Farbwahl heran: „Helle Blüten können schattige Ecken aufhellen und sind auch abends gut sichtbar, dunklere Töne lassen ein Grundstück weniger weitläufig erscheinen.“ 

Eine Farbe wird nach Erfahrung der Profis bei der Pflanzplanung oft vergessen: Grün. „Und das ist wirklich schade. Immerhin hat jede Pflanze auch eine Zeit ohne Blüten, in der sie über ihr Laub wirkt. Außerdem gibt es eine gigantische
Vielfalt an Grüntönen, mit denen sich ebenfalls wunderbare Gartenbilder entwerfen lassen“, so das Plädoyer von Reinhard Wahlers für mehr Aufmerksamkeit für das Grün. Außerdem wandelt sich so manches grüne Blatt Richtung Herbst zum leuchtenden Hingucker.

Neben dem Hauptdarsteller Pflanze lassen sich mit Accessoires gezielt farbliche Akzente im Garten setzen. So können farblich auf die Terrassenbepflanzung abgestimmte Sitzpolster den Eindruck vollkommener Harmonie erwecken oder ein leuchtend bunter Sitzsack auf der Wiese unglaublich einladend wirken. „Wichtig ist einfach immer, das Gesamtbild im Blick zu behalten“, lautet das Fazit des Gartenexperten.


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