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LOKALES

Erst Quadrille, dann Schwarzlichtparty: Landjugend Westervesede organisiert Pokalturnier

Mittwoch, 31.10.2018

Märsche statt Hiphop, Tracht statt Disko-Outfit und statt Konsum selbst Machen  - wer am Samstagnachmittag zu den Besuchern des Dorfgemeinschaftshauses Ostervesede gehörte, mochte seinen Augen kaum trauen: Einhellig drehten sich Jugendliche zur Walzermusik im Kreis, angefeuert von ihren Mitstreitern. Einlass, Kuchenverkauf, Bedienung, Schiedsgericht: alles ebenfalls junge Menschen aus dem Ort.

Alle zwei Jahre richtet die Landjugend Westervesede eins der drei Pokal-Tanzturniere in der Region aus; an diesem Samstag waren Breddorf, Grasberg, Hepstedt, Rethem und Driftsethe zu Gast. Unter den strengen Augen von vier unabhängigen Richtern absolvierten sie in drei Schwierigkeitsgraden die traditionellen Tänze mit klangvollen Namen wie den Schaumburger, Hettinger oder Jecker-Quadrille. Die „Scheeßeler Bunten“ suchte man vergebens – „die dürfen wegen der Flugelemente nicht getanzt werden – zu gefährlich“, erklärt Ralf Schröder. Nach 16 Jahren als aktiver Tänzer ist er an diesem Nachmittag Team der Jury und bewertet die Gruppen, die zu vier oder acht Paaren antreten, auf Haltung, Musikalität, Technik, Raumausnutzung und Gesamtbild.

Auch wenn es sich bei der anschließenden Party, zu der die Organisatoren mehrere hundert Besucher erwarten, „mit Pokal natürlich besser feiert“, gehe es vor allem um den Spaß. Das bestätigt auch Thalea Bahrenburg , die als Teil des gastgebenden Teams nur den ersten Tanz als „Maßstabstanz“, also quasi als Meßlatte für die kommenden Performances vorgelegt hat. Warum sie die vergangenen Tage geschmückt, gewerkelt und organisiert hat, seit heute Morgen um 8.30 Uhr vor Ort ist und vermutlich nicht im Bett sein wird, es wieder hell wird? „Die Gemeinschaft macht einfach Spaß!“, so die 14-Jährige, seit ihrer Konfirmation vor einem halben Jahr selbstverständlich Mitglied der Landjugend.

Gewerkelt hat auch Milena Bassen mit dem zwölfköpfigen Organisatorenteam. Mit ihrer Schwarzlichtparty wollen sie den Gästen etwas Besonderes bieten. „Das kam im kleinen Stil im letzten Jahr in Westervesede so gut an, dass wir es auf größere Beine stellen wollten“, erzählt die angehende Kommunikationsdesignerin. Die zu Rate gezogenen Lichtexperten Philip Göttert und DJ Nils Renken, der heute Abend auch für den Sound sorgt, gaben grünes, oder vielmehr: Schwarzlicht – denn von ihnen stammen die Lichtröhren und -kanonen, die die selbstgebastelten Pompons, die angesprühten Luftballonketten und bemalte, von der Decke hängende Tischtennisbälle zu späterer Stunde in fluoreszierendes Licht tauchen werden.  Vorher werden jedoch noch die letzten Tänze absolviert – „zu meiner Zeit waren es noch 20 aktive Gruppen in der Region, jetzt sind es noch sieben bis acht“, so Schröder; „schön, dass die Tradition von einer starken Truppe aufrechterhalten wird!“

Text & Foto: Ulla Heyne

 

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